Tesla Powerwall im Rentabilitätscheck


Tesla Powerwall im Preischeck

Erst letzte Woche gaben Verbund und Tesla eine Vertriebskooperation in Sachen „Tesla Powerwall“ bekannt – eine Zusammenarbeit, die wohl alle heimischen Besitzer von Photovoltaikanlagen brennend interessiert. Denn immerhin könnte (so die Hoffnung) die Tesla Powerwall das Speichern von selbst produzierter Energie in Zeiten der Überproduktion (also dem derzeitigen Einspeisen von Überschussstrom ins Netz) deutlich rentabler machen, als dies bis jetzt ist.

Warten auf den Preis der Tesla Powerwall

Tatsächlich klangen die ersten Preisinfos aus den USA bisweilen sehr vielversprechend: 3.000 US-Dollar für eine 7 kWh Powerwall (=Batteriespeicher mit Lithium-Akkus) oder 3.500 Dollar für einen 10-kWh-Speicher klingen sehr interessant und lassen den Rechenstift in Schwingung bringen…

Die Kooperation mit dem Verbund (und Solovolta) erbrachte bisweilen aber noch keine wirkliche Preisauskunft für Österreich: Aktuell bietet der Verbund (mit Solovolta) nur die Errichtung einer 4 kWp-Photovoltaik-Anlage (Jahresertrag ca. 4.000 kWh) inklusive Tesla-Powerwall (7 kWh Speicher) und inklusive Planung, Montage und Inbetriebnahme um 17.900 Euro an (soll im 1. Halbjahr 2016 lieferbar sein) – interessiert man sich nur für die Tesla Powerwall (weil man ohnehin schon eine Photovoltaikanlage hat), kann man sich derzeit nur „vorregistrieren“, was die Geldmarie schon einmal getan hat.

Eine exakte Preisauskunft in Sachen Powerwall gibt es demnach leider noch nicht – auf der Tesla-Homepage findet man derzeit auch nur den Großhandelspreis von 3.645 Euro. Dazu kommt aber wohl noch der (nicht unbeträchtliche) Aufschlag für die Montage durch den Elektriker sowie ein ebenfalls benötigter Wechselrichter.

Mit Preisen von deutlich über 5.000 Euro (eher 6.000 Euro) ist demnach wohl zu kalkulieren – womit man dann nur noch unwesentlich unter den schon aktuell angebotenen Stromspeichersystemen liegen wird…

In den nächsten wochen wird es hier wohl die ersten „echten“ Preise für das begehrte Teil geben (die Batteriefabrik von Tesla in Nevada arbeitet derzeit auf Hochtouren) – Ende 2015 bzw. Anfang 2016 könnten dann die ersten Powerwalls auch in Österreich montiert werden.

Mit 17.900 Euro Komplettpreis für eine 4 kWp-Anlage plus Tesla Powerwall 7 KWh liegt jedenfalls keineswegs ein Billigstangebot vor – bei unserem Photovoltaik-Partner Raymann aus Deutsch-Wagram wird z.B. eine 4 kWp-Anlage (ohne Powerwall) ab 8.990 Euro angeboten. Da bleibt dann noch Luft für einen Batteriespeicher…

Rentiert sich die Tesla-Powerwall?

Nur wer auf absolute Stromautarkie Wert legt oder nicht ans Stromnetz angeschlossen ist, wird sich wohl demnächst mit einer Powerwall eindecken – die Geldmarie wird hier wohl noch einige Jahre zuwarten.

Hier eine (vereinfachte) Berechnung hinsichtlich Rentabilität:

Man nehme einmal die 7 Kilowattstunden pro Tag und kalkuliere mit einem Strompreis von 20 Cent pro kWh. Davon kann man in etwa 6 Cent abziehen, welche man im Schnitt für die ansonst ins Netz eingespeiste Stromproduktion erhält. Bleiben somit 14 Cent, welche man mit 7 (kWh) multipliziert, was eine maximale tägliche Ersparnis von 98 Cent ergibt – machen wir der Einfachheit halber einen ganzen Euro draus.

Diesen Euro multiplizieren wir dann mit 180 – davon ausgehend, dass es nur die Hälfte des Jahres gelingt, die Powerwall überhaupt vollständig zu füllen. Die andere Hälfte des Jahres ist es nämlich bewölkt, nebelig etc. – und der dann produzierte Strom wird ohnehin fast gänzlich gleich direkt im Haus verbraucht.

Zu pessimistisch berechnet ? Wohl nicht wirklich – und auch noch nicht fertig berechnet. Denn: Die gespeicherten 7 kWh (an Sommertagen sind die sehr rasch in den Batterien) bringt man dann nämlich über Nacht oft gar nicht weg – ein moderner Haushalt verbraucht das jedenfalls nur über Nacht, wenn auch ein paar Starkverbraucher laufen (Waschmaschine, Geschirrspüler etc.) – und die laufen in der Regel auch nicht jeden Abend. Und einen Elektroauto in der Garage hat auch nicht jeder stehen…

Was hier an Ersparnis wegfällt (die Batterien werden mit Sicherheit nicht jeden Tag voll und am Abend dann wieder leer), dürfte sich aber dadurch kompensieren lassen, dass die Speicher natürlich auch an schwächeren Tagen (im Herbst oder im Winter bzw. bei trüber Witterung) ein wenig speichern – daher erhöhen wir die 180 Euro auf 200 Euro Jahresertrag.

Bei 10 Jahren Garantie auf die Tesla-Batterien sind das dann immerhin ein Ertrag von 2.000 Euro, bei einer angenommenen Lebensdauer von 15 Jahren wären somit 3.000 Euro Ertrag drin. Und wenn die Batterien brav halten (was sich jetzt noch schwer sagen lässt), bleibt noch ein wenig Luft nach oben…

Würde die Powerwall inklusive aller Nebengeräusche um die 4.000 Euro kosten, wäre ich demnach (als early-adopter) sofort dabei – es ist aber zu befürchten (siehe oben), dass sich das leider noch nicht wirklich ausgehen wird…

Die Energiewende (mit intelligenten Speichersystemen) kommt – aber nur in langsamen Schritten. Wirklich rentabel könnten hingegen schon jetzt größere Einheiten der Powerwall für Gewerbelösungen sein – wir Durchschnittsverbraucher müssen uns wohl noch ein wenig gedulden.

Außer Sie fahren schon jetzt einen Tesla – da geht sich wohl der Luxus Powerwall auch noch aus;-) Quelle: www.geldmarie.at