Sonne tanken fürs Konto
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage im Jahr 2026 noch?
Wer heute über sein Dach nachdenkt, sieht oft ungenutztes bares Geld. Die Frage „Lohnt sich Photovoltaik überhaupt noch?“ lässt sich laut Energieexperten mit einem klaren „Ja, aber anders als früher“ beantworten. Während vor zehn Jahren noch die reine Einspeisung des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz das große Geschäft war, lautet das Erfolgsrezept heute: Eigenverbrauch maximieren.
Der Treiber: Die Schere zwischen Strompreis und Erzeugungskosten
Wer Strom vom Energieversorger bezieht, zahlt in Deutschland einen der höchsten Preise in Europa. Selbst erzeugter Solarstrom vom eigenen Dach kostet umgerechnet auf die Lebensdauer der Anlage hingegen oft nur zwischen 7 und 11 Cent pro Kilowattstunde.
Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Strom schützt direkt vor den Preisschwankungen des Marktes. Je mehr vom eigenen Dachstrom im Haus bleibt, desto schneller amortisiert sich die Anlage.
Ohne Speicher geht es kaum noch
Ein reines Solardach deckt meist nur den Strombedarf während der Mittagsstunden – zu einer Zeit, in der viele Berufstätige nicht zu Hause sind. Die moderne Lösung ist daher fast immer dreiteilig:
- PV-Module: Sie wandeln das Sonnenlicht in Strom um.
- Batteriespeicher: Er parkt den Mittagsstrom für die Abend- und Nachtstunden. Damit lässt sich der Eigenverbrauch von mageren 30 % auf bis zu 70 % oder mehr steigern.
- Smarte Steuerung (EMS): Intelligente Energiemanagementsysteme lenken den Strom exakt dorthin, wo er gerade gebraucht wird – zum Beispiel in die Wärmepumpe oder die Wallbox des E-Autos.
Wann rechnet sich die Investition?
Die Anschaffungskosten für eine durchschnittliche Anlage auf einem Einfamilienhaus (ca. 10 kWp inklusive Speicher) liegen aktuell auf einem stabilen und durch den harten Wettbewerb der Anbieter verbraucherfreundlichen Niveau. Hinzu kommt nach wie vor der steuerliche Vorteil: Der Kauf von PV-Anlagen für Wohngebäude ist in Deutschland weiterhin von der Mehrwertsteuer befreit (0-Prozent-Steuersatz).
Je nach individuellem Stromverbrauch und der Ausrichtung des Daches haben sich die Investitionskosten in der Regel nach 9 bis 13 Jahren vollständig amortisiert. Bei einer garantierten Lebensdauer moderner Module von 25 bis 30 Jahren bedeutet dies: Mindestens 15 Jahre lang produziert das Dach danach Strom nahezu zum Nulltarif.
Fazit: Unabhängigkeit ist die neue Rendite
Neben den rein finanziellen Vorteilen gewinnt ein weiterer Faktor an Bedeutung: Unabhängigkeit. Wer seinen eigenen Strom produziert, blickt der nächsten Strompreiserhöhung gelassen entgegen und leistet gleichzeitig einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz. Die Frage ist also meist nicht, ob sich eine PV-Anlage lohnt, sondern wie schnell man sie installieren lässt.
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