IHS Technology: Markt für private Photovoltaik-Speicher wächst bis 2018 voraussichtlich auf das Zehnfache

Der Weltmarkt für netzgekoppelte Photovoltaik-Privatanlagen mit Energiespeicher wird bis 2018 voraussichtlich auf das Zehnfache (900 MW) wachsen. Das aktuelle Jahresvolumen beträgt lediglich 90 MW. Das geht aus einer neuen Studie von IHS Technology (London, UK) hervor. Angetrieben werde das Wachstum hauptsächlich dadurch, dass der Photovoltaik-Eigenverbrauch immer attraktiver wird. Hinzu kommen Fördermittel für Speicher und ein wachsendes Interesse von Hausbesitzern, unabhängig vom Stromnetz zu werden, so IHS.
Marktschranken bremsen Speichermarkt

In den letzten Jahren waren die Erwartungen an die Entwicklung des Speichermarkts für kleine Solarstrom-Anlagen sehr hoch. Allerdings haben einige Hürden den Markt daran gehindert, die Erwartungen zu erfüllen. Als Beispiel nennt IHS die Entwicklung des Photovoltaik-Markts insgesamt. „Die Prognosen für die Photovoltaik-Entwicklung in vielen großen Privatmärkten, wo auch Energiespeicher eine wichtige Rolle spielen, sind im letzten Jahr erheblich gesunken, vor allem weil Regierungen die Förderungen gekürzt haben“, sagte der Analyst Sam Wilkinson. „Insbesondere ist die Privatmarkt-Prognose für den Zeitraum 2014 bis 2017 für Italien, Deutschland und Großbritannien seit April 2013 auf etwa die Hälfte geschrumpft.“

Teure Batterien als hemmender Faktor für den Markt

Die hohen Preise für Batterien und die Geräte, um diese in Photovoltaik-Anlagen zu integrieren, sind nach wie vor ein hemmender Faktor für den Markt. Obwohl der Durchschnittspreis für Lithium-Ionen-Batterien – diese werden in den meisten privaten Installationen verwendet – im laufenden Jahr um geschätzt 20 Prozent gesunken ist, gilt er immer noch als Haupthinderungsgrund für die Industrie. Folglich sind die Geschäftsmodelle für Photovoltaik-Speicher komplex und existieren erst in wenigen Nischenmärkten, wo Förderungen und ein starkes Interesse der Endverbraucher ein Wachstum ermöglichen.

Marktschranken sollen 2015 fallen

IHS ist jedoch überzeugt, dass die Gesamtsituation sich nächstes Jahr verbessert und viele dieser Marktschranken fallen werden. Die Preise für Li-Ion-Batterien sollen um weitere 15 Prozent sinken, und der Photovoltaik-Privatmarkt zum ersten mal seit drei Jahren wieder wachsen. Diese Faktoren seien dafür verantwortlich, dass der Markt für private PV-Speicher um 90 % wachsen wird.

Solarstrom-Eigenverbrauch sichert langfristiges Wachstum

Der wichtigste Antreiber für den privaten Energiespeicher-Markt ist laut IHS die wachsende Attraktivität des Solarstrom-Eigenverbrauchs. Wenn Netzstrom teurer ist als selbst erzeugter Solarstrom, lohnt es sich eher, auf Eigenverbrauch zu setzen und damit Stromkosten zu sparen, als den Strom einzuspeisen und die Einspeisevergütung zu kassieren. Je mehr die Speicherkosten sinken, desto rentabler ist die Installation einer Batterie, um den überschüssigen Solarstrom zu speichern und den Eigenverbrauch zu erhöhen. In Deutschland ist es aktuell noch so, dass Photovoltaik-Anlagen ohne Speicher eine höhere Rendite abwerfen als Anlagen mit Speicher. IHS geht jedoch davon aus, dass die die Situation sich 2016 umkehrt. Zu den Photovoltaik-Märkten, in denen der Eigenverbrauch besonders attraktiv ist, zählen Italien, Deutschland, Großbritannien und Australien. Auf sie entfallen voraussichtlich über 40 % des privaten Photovoltaik-Speichermarkts im Jahr 2018, auch wenn nur 20 % des PV-Zubaus dort stattfindet.

Japan wird 2018 größter Markt für private PV-Speicher

Der größte Markt für private PV-Speicher ist 2018 voraussichtlich Japan mit einem Marktvolumen von über 200 MW, und dies, obwohl großzügige Photovoltaik-Förderungen den Eigenverbrauch eigentlich unattraktiv machen. Um dem Stromknappheit entgegen zu wirken, hat das Land eine Förderung für Lithium-Ionen-Batterien in Privat- und Gewerbegebäuden eingeführt. Dies und die häufigen Stromausfälle haben dazu geführt, dass das Interesse an Photovoltaik-Anlagen mit Speicher stark gestiegen ist. Quelle: IHS Technology

Willi Harhammer

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