Konzepte für Laternen-Stromtankstellen

Bundesweit soll ein Netz an Ladestationen für Elektrofahrzeuge entstehen.

Da Straßenlaternen überall verfügbar und zudem an das bestehende Stromnetz angeschlossen sind, könnten sie zu Stromtankstellen umgerüstet werden. Start Ups entwickeln Konzepte. Laternen sind aktuell das Trendthema der Elektromobilität. Sie sind Tag und Nacht an das Stromsystem angeschlossen, sie bilden ein flächendeckendes, umfassendes Netz entlang der Straßen und sie sind bereits vorhanden. Autofahrer bevorzugen nach wie vor benzinbetankte Pkw, auch deshalb, weil es bundesweit an Ladestationen fehlt, die sich jederzeit unkompliziert und schnell nutzen lassen. Was wäre da naheliegender als Laternen als Stromtankstellen für Elektro-Fahrzeuge zu nutzen?
Ein paar Komplikationen gibt es bei der Umsetzung der an sich guten Idee allerdings. So ist der Energiestrom, der durch eine Straßenlaterne fließt, ähnlich schwach wie der eines normalen Stromanschlusses im Haus. Elektroautos lassen sich zwar über Nacht oder tagsüber während der Arbeit wieder aufladen. Einen Supercharger wie etwa den von Tesla, der innerhalb weniger Minuten leere Akkus mit Strom füllt, würde die Laterne jedoch überlasten. Zu klären ist auch, wie der entnommene Strom sinnvoll abgerechnet werden kann. Zudem muss die Ladelaterne direkt an einem Parkplatz stehen – und die Frage geklärt werden, ob dieser ausschließlich von Elektroautos genutzt werden darf.
Nichts destotrotz haben einige Start Ups erste interessante Nutzungskonzepte entwickelt – die sich allerdings relativ stark voneinander unterscheiden. Die Ladelösung des Unternehmens Ebee Smart Technologies beispielsweise sieht aus wie ein kleiner Kasten, der sich an die Laterne schmiegt. Genutzt wird die bereits bestehende Infrastruktur, neue Laternen müssen nicht gebaut werden. Barrierefreiheit ermöglicht die Nutzung von Ladesystemen verschiedener Anbieter. Laterne und Ladepunkt teilen sich eine elektrische Zuleitung.
Wie jede Standardladesäule enthält der Ladepunkt einen fest installierten Zähler und verfolgt damit das Ziel, die vorhandenen technischen Anschlussbedingungen der Verteilnetzbetreiber zu erfüllen. Die ersten zwei Laternen-Ladepunkte von Ebee Smart Technologies sind Anfang September in Berlin-Friedenau ans Netz gegangen. Die Ladepunkte sind an eine Intercharge-Roamingplattform angeschlossen und auch per App nutzbar.
Einen etwas anderen Ansatz verfolgt Ubitricity. Bisher bestehen Ladesäulen aus einem Stromzähler und einer Onlineverbindung, über die sich der Kunde identifiziert und über die seine Daten an die Abrechnungsstelle geleitet werden. Die Anbieter rechnen also über die Säule ab. Bei Ubitricity dagegen ist das Kabel die Kommunikationszentrale – es meldet per Funk die Strommenge zum Abrechnen.
Die Kommune oder Stadt muss lediglich eine Steckdose bereitstellen, was sehr geringe Kosten verursacht. Schließt der Kunde sein Auto etwa an einer mit Steckdose bestückten Laterne an, kommuniziert der Zähler im intelligenten Ladekabel mit der Steckdose. Über eine drahtlose Internetverbindung werden Daten über den Standort der Ladestation, den Nutzer und die getankte Strommenge weitergegeben. Ubitricity bereitet die Daten auf und liefert sie an den Stromanbieter, mit dem der Kunde einen Mobil-Strom-Vertrag hat.
Neben diesen beiden jungen Unternehmen versucht sich auch ein alteingesessener Teilnehmer der Automobilbranche im Laternengeschäft: BMW. Der Autobauer will jedoch nicht die bereits vorhandenen Straßenleuchten der Kommunen nutzen, sondern hat ein eigenes Laternenmodell entwickelt.
„Light and Charge“ heißt diese neu entwickelte energieeffiziente Straßenbeleuchtung, die zugleich Ladestation für Elektrofahrzeuge ist. Das System kombiniert LED-Technologie mit einer bargeldlos nutzbaren Anschlussmöglichkeit zum Aufladen der Hochvoltbatterien von Elektrofahrzeugen, die in das ChargeNow Netzwerk von BMW i integriert ist. Herkömmliche Laternen sollen gegen „Light and Charge“-Modelle ausgetauscht werden, das Pilotprojekt soll in München starten. Quelle: energiezukunft

Willi Harhammer

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