Verbraucherschützer lehnen geplante EEG-Mindestumlage auf den Eigenverbrauch von Strom aus Photovoltaik- und KWK-Anlagen ab

Holger Krawinkel, Leiter des Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv: Verbraucher, die ihren eigenen Strom erzeugen, tragen entscheidend zur Energiewende bei. Das darf nicht leichtfertig abgewürgt werden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv; Berlin) spricht sich gegen die geplante Einführung einer Mindestumlage auf eigenverbrauchten Strom aus Photovoltaik- und KWK-Anlagen aus. Diese belaste den Eigenverbrauch in ungerechtfertigter Weise und gefährde dessen Wirtschaftlichkeit. „Verbraucher, die ihren eigenen Strom erzeugen, tragen entscheidend zur Energiewende bei. Das darf nicht leichtfertig abgewürgt werden“, sagt Holger Krawinkel, Leiter des Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv. Die erhoffte Entlastung für die übrigen Verbraucherinnen und Verbraucher sei zudem minimal, kritisiert Krawinkel. Wie aus dem Eckpunktepapier zur anstehenden EEG-Reform hervorgeht, soll künftig der gesamte Eigenverbrauch von Strom mit einer Mindestumlage belastet werden. Auch Erneuerbare-Energien-Anlagen werden dabei nicht verschont. Wer mit der eigenen Solar- oder KWK-Anlage Strom erzeugt und diesen selbst verbraucht, soll künftig 70 Prozent der regulären EEG-Umlage bezahlen. Betroffen sind neue Solarstrom- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ab einer Leistung von zehn Kilowatt peak.
Umlage auf KWK- und Photovoltaik-Anlagen bringt nur 75 Cent Entlastung pro Jahr

Damit versuche die Bundesregierung, einer vermeintlichen Entsolidarisierung der Eigenverbraucher entgegenzuwirken und die Kosten der Energiewende auf mehr Schultern zu verteilen. Auch der vzbv setze sich für eine gerechte Kostenverteilung ein. Eine Belastung des erneuerbaren Eigenverbrauchs sei aber der falsche Ansatz, zudem dürfe nicht übersehen werden, dass der Eigenverbrauch aus erneuerbaren Energiequellen gerade erst am Anfang seiner Entwicklung steht. Entsprechend gering sei der Einfluss auf die Höhe der EEG-Umlage. Nach Berechnungen des vzbv bringt die geplante Umlage auf solaren Eigenverbrauch bis zum Jahr 2018 lediglich eine Entlastung von 75 Cent pro Haushalt und Jahr. Selbst bei Wegfall der Bagatellgrenze, wie von Teilen der Energiewirtschaft gefordert, wäre die Entlastung mit 1,20 Euro pro Haushalt und Jahr nur geringfügig höher. Der vzbv fordert deshalb, die bisherige Umlagebefreiung für den Eigenverbrauch aus Solarstrom- und KWK-Anlagen beizubehalten.
Eigenverbrauch ist die Zukunft
Der Eigenverbrauch von Strom wird angesichts steigender Strompreise und fallender Kosten für Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher immer attraktiver. Der Solarstrom wird dabei nicht mehr vollständig ins Netz eingespeist, sondern direkt vor Ort verbraucht oder für die spätere Nutzung zwischengespeichert. Neben rein wirtschaftlichen Interessen spielt für viele Eigenverbraucher auch die höhere Unabhängigkeit von ihrem Stromversorger eine große Rolle. Wie hoch das Potenzial des privaten Eigenverbrauchs ist, belegen die Ergebnisse einer TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag des vzbv von August 2013. Demnach sind nur 28 Prozent der Verbraucher der Ansicht, Stromversorgung sei die Aufgabe der Stromkonzerne. Quelle: vzbv

Willi Harhammer

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