Der Mythos – Wolkenhimmel

Warum Photovoltaik-Anlagen auch bei schlechtem Wetter bares Geld wert sind

Wer an Solarenergie denkt, hat meist strahlenden Sonnenschein und
wolkenlosen blauen Himmel vor Augen. Doch wie schaut es aus, wenn der
Herbst einzieht oder dichte Wolkenfelder den Himmel verdunkeln? Viele
Hausbesitzer zögern den Kauf einer Photovoltaik-Anlage (PV) aus Angst
vor mangelnder Effizienz in den trüben Monaten hinaus. Ein Trugschluss,
denn moderne Solartechnologie ist längst kein reines
„Schönwetter-Produkt“ mehr.

Diffuses Licht: Die unterschätzte Kraft der Wolken

Dass eine Solaranlage bei bewölktem Himmel gar keinen Strom produziert,
ist einer der hartnäckigsten Mythen der Energiewende.
Photovoltaik-Anlagen benötigen für die Stromerzeugung kein direktes
Sonnenlicht, sondern Globalstrahlung. Diese setzt sich aus der direkten Sonneneinstrahlung und dem sogenannten diffusen Licht zusammen – also dem Licht, das durch Wolken, Nebel oder die Atmosphäre gestreut wird.

Der „Cooling-Effekt“: Warum Hitze nicht gleich Höchstleistung ist

Was viele überrascht: Ein heißer Sommertag ist für Solarmodule
keineswegs das Idealszenario. Wie die meisten elektronischen Bauteile
verlieren auch Solarzellen an Effizienz, wenn sie sich stark erhitzen.
An einem kühlen, leicht bewölkten Tag im Frühjahr oder Herbst kann der
Wirkungsgrad der Module durch den kühlenden Wind sogar höher sein als
bei knackigen 35 Grad im Hochsommer.

Moderne Technik maximiert die Ausbeute

Dass die Erträge im Winter und bei Schlechtwetter phasenweise sinken,
ist Fakt – doch die Industrie hat technologisch nachgerüstet, um das
Beste aus jedem Lichtstrahl herauszuholen:

  • Bifaziale Module: Diese zweiseitigen Module nehmen auch das Licht auf, das vom Boden (oder von Schnee) auf die Rückseite reflektiert wird.Intelligente Stromspeicher: Sie sichern den überschüssigen Strom der sonnigen Mittagsstunden für die Abendstunden oder trübe Tage.

Fazit: Die Jahresbilanz zählt

Eine Photovoltaik-Anlage wird für eine Laufzeit von 25 bis 30 Jahren
geplant. Für die Wirtschaftlichkeit ist nicht ein einzelner grauer
Novembertag entscheidend, sondern die Gesamtbilanz des Jahres.
Und diese stimmt in Deutschland dank des technologischen Fortschritts
auch in Regionen mit wechselhaftem Wetter. Wer heute in Solarstrom
investiert, macht sich unabhängig von fossilen Energieträgern und
steigenden Strompreisen – und das an 365 Tagen im Jahr.

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Manuela Brückner

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