Areva raus bei Temelin-Atomblöcken 3 und 4

Tschechischer Stromkonzern CEZ wirft französisch-deutschen Reaktorbauer aus Bieterwettbewerb um Atomblöcke 3 und 4

Temelin/Erlangen, im Oktober 2012
Tschechiens Stromkonzern CEZ hat den französischen Atomkraftwerksbauer Areva aus dem Bieter-Rennen um die Temelin-Kernkraftblöcke 3 und 4 geworfen. “Aus wirtschaftlichen und gesetzgeberischen Gründen” wie es von CEZ heißt. Was wiederum Areva in Paris und Erlangen “nicht verstehen” kann.

Westinghouse-Kernkraftwerk
Areva ist raus – Westinghouse bleibt drin im Bieterwettbewerb um die geplanten Temelin-Atomblöcke 3 und 4

Wie seit einiger Zeit bekannt, will CEZ in Südböhmen neben Temelin 1 und 2 zwei weitere Atomreaktoren stellen. Auch die deutsche Areva-Tochter in Erlangen war als Lieferant im Gespräch. Die deutsche Bundesregierung hatte für die geplanten Blöcke 3 und 4 bereits Letters of Interest (LOI) für Hermes-Exportkreditbürgschaften in Aussicht gestellt. Das hatte uns das FDP-geführte Bundeswirtschaftsministerium bestätigt.
Hermes-Sicherheit kann aber nur dann zum Tragen kommen, wenn eine in Deutschland ansässige Firma die neuen AKW in Temelin bauen dürfte. Doch nun sind dort nur noch ein amerikanischer und ein russischer Anbieter im Rennen.
Mit dem Aus für Areva löst sich für die Bayerische Staatsregierung aus CSU und FDP ein Problem. Die hatte sich im UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüfung) öffentlich gegen den Ausbau von Temelin positioniert. Andererseits sitzen CSU und FDP in Berlin mit der CDU in der Bundesregierung, die wiederum für Hermes-Bürgschaften verantwortlich ist.
Bayerns FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil konnte an diesem Bürgschafts-Verhalten nichts Kritisches erkennen: “Jede deutsche Firma hat das Recht auf Exportbürgschaften, so lange sie nicht Pornos in Tschechien produziert”, hatte er unserer Redaktion erklärt.  
HEINZ WRANESCHITZ

(Mehr zu den damit überflüssigen LOI auf der nächsten Seite)

LOI für Hermes-Exportkreditgarantie
Am 8. August 2012 antwortete Staatssekretär Bernhard Heitzer aus dem Bundeswirtschaftsministerium der Grünen Bundestagsfraktion. “Dem Interministeriellen Ausschuss für Exportkreditgarantien des Bundes liegt ein Antrag für eine Zulieferung zu einem Kernkraftwerksneubau in Hainan (China) vor.
Für die KKW-Projekte Jaitapur/Indien, Temelin/Tschechien, Wylfa/Vereinigtes Königreich sowie Pyhäjoki und Olkiluoto/Finnland wurden bereits Lol ausgestellt. Ob tatsächlich Deckungsanträge für diese Projekte gestellt werden, ist ungewiss.” (Bundestagsdrucksache 17/10503) WRA

Willi Harhammer

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