Beckstein: “Kommunales Energiemanagement kann erheblich zum Klimaschutz beitragen”

“Die Städte und Gemeinden können durch ihr Energiemanagement erheblich zur Einsparung und Minderung klimaschädlicher Emissionen beitragen. Die Kommunen können dabei auf verschiedenste Weise aktiv werden, sei es durch Einsparungen in ihren eigenen Liegenschaften, eigene, CO-arme Energieerzeugung, Verkehrspolitik und Stadtplanung, Beratung ihrer Bürgerinnen und Bürger oder auch durch kommunale Förderprogramme. Die Energieeinsparung ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, sondern sie trägt auch zur Entlastung der angespannten öffentlichen Kassen bei”, betont Innenminister Dr. Günther Beckstein anlässlich des 12. Fachkongresses der kommunalen Energiebeauftragten am 12. März 2007 in Nürnberg. Für die Bayerische Staatsregierung sind Klimaschutz und Energiesparen zentrale Themen, die laufend auf der Tagesordnung stehen. Bereits 2004 haben die Bayerische Staatsregierung und der Bund Naturschutz das Klimaschutzbündnis unterzeichnet. Als gemeinsames Ziel für die bayerische Klimapolitik wurde festgeschrieben, den CO-Ausstoß von jährlich 92 Millionen Tonnen im Jahr 1998 bis zum Jahr 2010 auf 80 Millionen Tonnen zu reduzieren. “Bereits heute liegen in Bayern die jährlichen Pro-Kopf-Emissionen unter sieben Tonnen und damit schon deutlich unter dem bundesweiten Wert von zehn Tonnen je Einwohner”, so Beckstein.

Der Freistaat Bayern fördert die Senkung des CO-Ausstosses mit verschiedenen Programmen. So werden unter anderen Untersuchungen, Konzepte und Pilotvorhaben der Kommunen zur Energieeinsparung, die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe, die Entwicklung und Anwendung neuer Energietechnologien sowie Untersuchungen, die dem Ziel der rationelleren Gewinnung und Verwendung von Energie bzw. der Energieeinsparung dienen, sowie energetische Sanierungen im Gebäudebestand gefördert. “Für uns stellt die energetische Sanierung des Gebäudebestandes den Topschwerpunkt des Klimaschutzes dar, weil dort das größte Einsparungspotential mit unmittelbarer Klimaschutzwirkung wirtschaftlich erschließbar ist”, hob Beckstein hervor. Fast 40 Prozent der Energie wird in Bayern für Heizung und Warmwasser verbraucht. “Baulicher Wärmeschutz, effiziente Heizungs- und Warmwassersysteme und die Nutzung von regenerativen Energien sind die Grundbausteine für eine rationelle Energienutzung”, führt Beckstein aus.

Die Oberste Baubehörde hat im Jahr 2004 die Arbeitsgruppe “Energieeffizientes Bauen” gegründet, um die eigenen Impulse mit anderen Aktivitäten bündeln zu können und der Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen. In der Arbeitsgruppe sind neben den Ministerien und Bezirksregierungen auch die Kommunalen Spitzenverbände, die Wohnungswirtschaft, Architekten und Ingenieurekammer sowie die Städte München und Nürnberg vertreten. “Der Informationsaustausch trägt schon erfreuliche Früchte. Die Runde ist zu einer kompetenten Meinungs- und Wissensplattform geworden, die Synergien nutzt”, so Beckstein.

“Seit Beginn der 90er Jahre konnten wir den Energieverbrauch unseres eigenen staatlichen Gebäudebestands um deutlich mehr als 15 Prozent reduzieren. Diese erfreuliche Entwicklung hat sich in den letzten Jahren, trotz einer weiteren Zunahme des Gebäudebestands stabilisiert”, teilt Beckstein mit. Zusätzlich führte die Umstellung auf andere Energieträger zu einer weiteren Reduzierung der CO-Emissionen. Zudem soll durch ein flächendeckendes Energiemanagement, d.h. durch die Erfassung, Auswertung und Optimierung aller Verbrauchsdaten, der effiziente Umgang mit Energie und Energiekosten gesichert werden. Derzeit wird hierzu ein Pilotprojekt an rund 20 staatlichen Gebäuden durchgeführt. Der Freistaat Bayern gibt auch Impulse für den privaten Wohnungsbau. So versucht die Oberste Baubehörde mit dem “Bayerischen Modernisierungsprogramm” das Einsparpotential im Geschoßwohnungsbau, vor allem der 60er und 70er Jahre, zu erschließen. Hierzu werden die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau durch ergänzende Fördermittel der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt noch weiter vergünstigt. Rund 5.000 Mietwohnungen in Bayern werden so pro Jahr energetisch saniert.

Durch die Modellvorhaben “Ökologischer Wohnungsneubau” und “Ökologische Modernisierung” im Experimentellen Wohnungsbau wurden unterschiedliche Konzepte von der umfassenden Dämmung über optimierte Lüftungstechnik und Anlagentechnik bis hin zu High-Tech-Systemen mit Solar- und Geothermienutzung erprobt. Der CO-Ausstoß der Siedlungen konnte so um rund 80 Prozent gesenkt werden. Auch in der Städtebauförderung ist die energetische Sanierung von öffentlichen und privaten Gebäuden in vielen der rund 800 Sanierungsgemeinden fester Bestandteil. “Wir wollen auch die Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern zum Energiesparen anregen”, betont Beckstein.

Die Bayerische Staatsregierung bietet im Internet das Energieportal an. Dort sind Beratungs- und Fördermöglichkeiten zur Energieeinsparung in Neubau und Bestand, Vorschriften und aktuelle Veranstaltungen abrufbar. Das Energieportal wird auch, mit regionaler Schwerpunktsetzung bei den Internetpräsentationen der einzelnen Bezirksregierungen veröffentlicht, um so flächendeckend in ganz Bayern gezielte Informationen vor Ort anzubieten.

Willi Harhammer

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