DBU startet “Haus sanieren – profitieren-Kampagne”

Wer sein Haus energetisch fit für die Zukunft machen möchte, stellt sich viele Fragen: Ob sich eine neue Heizung oder Solaranlage lohnt oder wie dick Wände zusätzlich gedämmt werden sollten – Antworten gibt es für Eigentümer etwa bei Verbraucherzentralen, Handwerkern oder Architekten, aber in der Regel nur auf Nachfrage: Den ersten Schritt musste der Hausbesitzer bislang selbst machen. Die neue, bundesweite Info- und Beratungskampagne der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) “Haus sanieren – profitieren” will dies ändern und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten: Schließlich sparen moderne Häuser Energie, verbrauchen weniger endliche Brennstoffe wie Erdöl und lassen daher weniger klimaschädigende Treibhausgase in die Atmosphäre ab.

Kooperationspartner ist das Handwerk: Bauhandwerker, Zimmerer oder auch Dachdecker, Maler, Heizungsinstallateure und Schornsteinfeger werden Hausbesitzer ansprechen und mit ihnen einen ersten Energie-Check durchführen. Unterstützt werden sie durch DBU-Infomaterial.

Von den rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland sind etwa zwölf Millionen vor 1984 gebaut worden und zu großen Teilen sanierungsbedürftig. “Es ist höchste Zeit, dass wir verstärkt Gebäude im Bestand fit für die Zukunft machen”, betonte heute DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde während der Pressekonferenz zum Programmauftakt. Schon heute verbrauche eine Durchschnittsfamilie 80 Prozent ihrer Energie im Haushalt fürs Heizen. Die Kosten dafür würden stetig steigen. “Privathäuser verbrauchen sogar noch mehr Energie als die Industrie hierzulande”, weiß der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland, Dr. Heinz-Gert Schlenkermann. Mit zusätzlichen Dämmungen, neuen Fenstern oder einer modernen Heizungsanlage ließe sich das ändern: “Ältere Häuser könnten nach der Sanierung bis zu 70 Prozent weniger Energie verbrauchen”, so Schlenkermann. Das würde nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Geldbeutel der Eigentümer zugutekommen. “Um den Wert der Immobilie langfristig zu steigern und sie so enkeltauglich zu machen, lohnt sich der Aufwand”, meinte Brickwedde.

Energetische Haussanierungen sind komplex: Um den Eigentümer für das Thema zu sensibilisieren, erhalten interessierte Unternehmen, die sich an der Kampagne beteiligen wollen, eine Schulung. Dann kann es losgehen: Sie begutachten das Eigenheim, machen einen kurzen Energie-Check und überreichen dem Hausbesitzer eine Broschüre mit Hinweisen zu den nächsten Schritten. “Das Ganze soll nicht länger als eine halbe Stunde dauern”, meinte Brickwedde. Mit der Kampagne “Haus sanieren – profitieren” will die DBU Eigentümern einen Leitfaden an die Hand geben, um ihr Haus Schritt für Schritt zu sanieren. “Wir
meinen, dass unsere Partner im Handwerk so in den nächsten fünf Jahren mindestens eine Milliarde Euro für Sanierungen in Ein- und Zweifamilienhaushalten akquirieren werden”, betonte Brickwedde. Ein typisches DBU-Projekt: Die weltweit größte Umweltstiftung hat mit ihrer Förderung vor allem kleine und mittlere Unternehmen im Fokus. “Die neue Kampagne wird dem Mittelstand helfen, Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen”, erklärte Schlenkermann während der Pressekonferenz zum Programmauftakt. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hält als Schirmherr die Kampagne für “überaus sinnvoll, weil sie sicherlich dazu beitragen wird, die Zahl der Sanierungen deutlich zu erhöhen.”

Bevor “Haus sanieren – profitieren” bundesweit umgesetzt wird, plant das Projektteam eine umfassende Pilotphase. “Dazu werden die in Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern Osnabrück-Emsland und Münster erarbeiteten Materialien und Schulungsinhalte ausführlich getestet”, erläuterte Brickwedde. “Deshalb sind wir angewiesen auf die aktive Mitarbeit der Handwerker. Wenn Gewerke übergreifend tätig werden, ist das für alle ein Gewinn – für Umwelt, Wirtschaft und Verbraucher.”

Am 24. März findet der offizielle Start der Kampagne im Rahmen einer regionalen Energiemesse im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der DBU statt. Der Generalsekretär vom Zentralverband des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer, kommt dafür am Samstagmorgen nach Osnabrück. Um zu zeigen, wie wichtig die richtige Dämmung bei Gebäuden ist, hat das Projektteam gemeinsam mit der Osnabrücker Bauinnung eine Eisblockwette zum Auftakt vorbereitet: In zwei unterschiedlich gedämmten Mini-Häuschen werden zwei Eisblöcke zwei Monate lang der Sonne trotzen. Wie viel Prozent des kühlen Nass im Anschluss noch übrig ist – es darf gewettet werden. Bürgermeister Burkhard Jasper und der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende, Manfred Hülsmann, werden am Samstag als Eisblock-Wettpaten den Startschuss für die Kampagne geben.

Quelle: DBU

Willi Harhammer

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