Kraftwerke im Keller

Kraftwerke im Keller  
Nicht nur in Wohnungen und Häusern, sondern auch in den Kraftwerken Deutschlands werden große Mengen an fossiler Energie verbrannt. Die meisten Kraftwerke nutzen diese Energie ausschließlich für die Stromerzeugung. Die Abwärme, die dabei entsteht, wird meistens ungenutzt in die Umwelt abgegeben. Einige wenige Kraftwerke produzieren jedoch in speziellen Anlagen auch Heizenergie.  Über große Rohre stellen sie diese als “Fernwärme” den benachbarten Häusern zur Verfügung. Der Vorteil dieser Technologie: Die eingesetzten fossilen Brennstoffe werden optimal ausgenutzt. Doch die Installation eines solchen Fernwärmenetzes ist aufwendig und teuer. Letztendlich ist es viel sinnvoller den Strom und nicht die Wärme zu transportieren. Im Sauerland hat unlängst ein Entwicklerteam ein kleines Kraftwerk für den eigenen Keller konstruiert. Angetrieben mit Erdgas erzeugt es in einem kleinen Kessel Dampf. Dieser treibt einen eigens entwickelten Generator an. Die Bewegungen für die Stromerzeugung erfolgen linear und nicht um eine Achse. Wesentlicher Vorteil des “Lineargenerators”: Es gibt nur ein bewegliches Teil, das bedeutet weniger Reibung und weniger Verschleiß. Die Idee der Konstrukteure aus dem Sauerland war es, Wärme für das Eigenheim zu produzieren und gleichzeitig die Stromkosten zu reduzieren. Die entstehende Abwärme des Generators wird in einem Wasserspeicher gepuffert und heizt bei Bedarf das Haus. Dabei achtet ein spezielles Computerprogramm darauf, dass der Generator nur dann läuft, wenn auch Wärme benötigt wird bzw. abgespeichert werden kann. Letztendlich kann man so vierzig bis siebzig Prozent des Stromes selbst erzeugen. Der Gasverbrauch erhöht sich dabei nur geringfügig. Im Winter speist man den überschüssigen Strom einfach ins Netz.  Einen Schritt weiter geht ein Team in Nürnberg. Seine Idee: den Strom im Eigenheim nicht mit Gas, sondern mit Holzpellets zu erzeugen. Das Team betreibt sein kleines Kraftwerk jedoch nicht mit einem Linear-, sondern mit einem Stirlingmotor. Wichtiges technisches Detail des Stirlings sind seine zwei Kolben. Sie werden angetrieben durch die Luft in den Zylindern, die sich durch Erwärmung ausdehnt und nach dem Abkühlen wieder zusammenzieht. Auf diese Art und Weise ist es möglich, die Flamme des Holzfeuers direkt in Bewegung und letztendlich in Strom zu verwandeln, ohne Dampf erzeugen zu müssen. Der wesentliche Vorteil dieser “Maschine” besteht darin, dass man völlig unabhängig von Öl und Gas das Eigenheim mit Strom und Wärme versorgt. Egal ob Linear- oder Stirlingmotor, nur wenn die kleinen Kraftwerke nahezu wartungsfrei arbeiten, sind sie wirtschaftlich. Ob sie das tatsächlich tun, muss die Praxis in den nächsten Monaten und Jahren erst beweisen. Wobei der Betrieb mit Holzpellets technologisch sicherlich der anspruchsvollste ist. Das Nürnberger Team hat allerdings eine weitere Vision. Ein Parabolspiegel bündelt die Sonnenstrahlen und treibt mit der Hitze einen Stirlingmotor an. Reicht die Kraft der Sonne nicht aus, übernimmt ein Gasbrenner die Arbeit. Diese Kombination aus Solar- und Gaskraftwerk liefert Strom und mit der Abwärme kann man auch noch die eigenen vier Wände heizen. Für umweltbewusste Hausbesitzer ist dieses “solare Statussymbol im Vorgarten” sicherlich eine Alternative zum “PS-starken Prestigeobjekt in der Garage”.  Quelle: 3 SAT-online 2009
 
 
 

Willi Harhammer

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