Neue Studie: Weiterer Photovoltaik-Ausbau erhöht Strompreise kaum noch; Solarstrom-Anteil am deutschen Strom-Mix wächst bis 2016 um 70 Prozent

Prognos-Studie: Der Solarstromanteil am Bruttostromverbrauch (orange) wächst bis 2016 um 70 %. Der solar bedingte Anstieg des Verbraucherstrompreises in Cent pro Kilowattstunde (blau) hingegen nur um 1,9 % (gelb). Daten: Entwicklung gemäß ÜNB-Trendszenario 2012-2016

Der Anteil der Solarenergie am deutschen Strom-Mix wird nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) in den nächsten vier Jahren um 70 Prozent zulegen, von rund vier Prozent im Jahr 2012 auf etwa sieben Prozent im Jahr 2016. Die Strompreise steigen dadurch nach Angaben der Prognos AG (Basel, Berlin) um knapp zwei Prozent. Dies ist das zentrale Ergebnis eines am 12.01.2012 gemeinsam mit der Prognos AG in Berlin vorgestellten Kurzgutachtens.

BSW-Solar- Hauptgeschäftsführer Körnig: Ausbau der Solarenergie zahlt sich aus

“Durch die bereits realisierten Förderkürzungen sind die Kosten für den Ausbau der Photovoltaik unter Kontrolle”, so Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. “Die Energiewende kostet Geld, vor allem in der Anschub-Phase. Die mit dem weiteren Ausbau der Solarenergie verbundenen Investitionen steigen jedoch kaum noch und zahlen sich aus”, sagte Körnig in Berlin.

Solar-Förderung sinkt 2012 doppelt so stark wie im Vorjahr

Vielen, die jetzt eine weitere Kürzung der Photovoltaik-Förderung forderten, sei nicht bewusst, dass der starke Zubau von Solarstromanlagen in den vergangenen drei Jahren bereits zu einer Halbierung der Fördersätze geführt habe. 2012 wird die Solarstrom-Förderung nach dem erst im Sommer 2011 verschärften Fördergesetz EEG um nochmals 27 Prozent gekürzt. Damit sinkt jetzt die Solar-Förderung doppelt so stark wie im Vorjahr (Senkung der Solarstrom-Eisspeisevergütung 2011: 13 Prozent). “Die Kostenbremse des Gesetzgebers bei der Solarförderung funktioniert”, betont Körnig.

Photovoltaik-Deckel würde gerade ein Prozent am Verbraucherstromtarif ausmachen, aber Arbeitsplätze und Technologievorsprung gefährden

Die Prognos AG hat auch die möglichen Auswirkungen einer festen Begrenzung (“Deckelung”) des Photovoltaik-Zubaus auf die Stromtarife untersucht, die derzeit politisch diskutiert wird. Ergebnis: Die Einsparung bis 2016 würde gerade ein Prozent am Verbraucherstromtarif ausmachen. “Dem stehen drastische Verluste bei Arbeitsplätzen, Anlageinvestitionen, Branchenumsatz, Technologievorsprung und Steuereinnahmen gegenüber”, so Frank Peter, Projektleiter Energiewirtschaft bei der Prognos AG.

Photovoltaik-Branche will 10 % Solarstrom bis 2020 erreichen

Die Photovoltaik mit ihren Vorteilen sei für die Energiewende unverzichtbar, so Körnig. “Verbrauchernahe Erzeugung, hohe Akzeptanz beim Bürger, schneller Ausbau und das bei rasant sinkenden Kosten. Die Solar-Branche erfüllt ihr Versprechen, die Kosten radikal zu senken. In einem nächsten Schritt werden wir 2013 mit dem Förderniveau großer Windkraftanlagen auf dem Meer gleichziehen”, sagte Körnig.

Bis 2020 will die Solar-Branche ihren Anteil am deutschen Stromverbrauch auf über 10 Prozent steigern und wettbewerbsfähig werden.
12.01.2012 | Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V.

Willi Harhammer

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