Öl- und Gasheizungen mit solarer Energie kombinieren – Lohnen sich Hybridsysteme?

Öl und Gas sind hierzulande nach wie vor die meist genutzten Brennstoffe. Doch sind Öl- und Gasheizungen noch zukunftssicher? Schließlich unterliegen Neubauten den Auflagen des Erneuerbare Energien Wärme Gesetzes (EEWärmeG). Es verpflichtet Bauherren einen gewissen Anteil am Gesamtenergieverbrauch mit erneuerbaren Energien, zum Beispiel mit Sonnenenergie, zu decken. Hinzu kommt, dass sich die Betriebskosten für Öl- und Gasheizungen aufgrund schwankender Gas- und Heizölpreise langfristig nicht exakt bestimmen lassen.

Für Bauherren, aber auch für Altbaueigentümer stellt sich daher bei der Heizungsmodernisierung die Frage, welches System auch in Zukunft Versorgungssicherheit und Heizkostenersparnisse gewährleistet. Warum eine Kombination aus Öl- oder Gasbrennwertheizung mit einer solarthermischen Anlage diesen Anforderungen gerecht wird, wie diese funktioniert und welche Vorteile zu erwarten sind, verrät dieser Überblick.

Kombination aus Öl- und Gasheizung mit Solarthermie – Was wird benötigt?

Generell lässt sich jede Öl- oder Gasheizungsanlage mit einer solarthermischen Anlage aufrüsten. Solche Hybridheizungen bieten daher eine gute Kompromisslösung für Verbraucher, die beim Heizen nicht komplett auf fossile Energieträger verzichten und gleichzeitig erneuerbare Energien beim eigenen Heizsystem einsetzen möchten.

Hinsichtlich der benötigten Solarmodule können Bauherren zwischen Vakuumröhren- oder Flachkollektoren wählen. Wichtig ist: Zur Heizungsunterstützung ist eine Kollektorfläche von 10 bis 15 Quadratmetern notwendig.[1] Ebenfalls erforderlich ist eine entsprechende Heizungsregelung und ein Speicher. Häufig sind Kombispeicher im Einsatz, die Brauch- und Heizungswasser gleichzeitig erwärmen. Dort speisen Öl- oder Gasheizungen und die Solarthermie überschüssige Wärme ein. Um den gesamten Energiebedarf umfassend abdecken zu können ist ein Speichervolumen von ca. 700 bis 800 Litern empfehlenswert. Vorsicht ist bei veralteten Öl- oder Gasheizungen geboten, die noch vor dem 01.01.1985 angeschafft wurden. Diese dürfen ab 2015 laut Energiesparverordnung (EnEV) nicht mehr betrieben werden und sind gegen moderne Brennwertheizungen auszutauschen.

Solarer Betrieb während der Sommermonate

In den Sommermonaten reicht die Leistung der Solarmodule in der Regel aus um den Bedarf an warmen Heizwasser zu decken. Insbesondere Flächenheizkörper wie Fußbodenheizungen kommen aufgrund ihrer niedrigen Vorlauftemperatur von 35 Grad bereits mit niedrigen Temperaturlevel aus. Kalte Solarflüssigkeit fließt aus einem Speicher im Keller zu den Solarkollektoren auf dem Dach. Oftmals handelt es sich dabei um ein Sole-Wasser-Gemisch mit Frostschutz, das von der Sonne erwärmt wird und im Anschluss wieder in den Speicher zurückfließt. Das kalte Heizwasser im Speicher fließt durch den Wärmetauscher, wird dabei erwärmt und zwischengespeichert. Bei anfallendem Heizbedarf gelangt das erwärmte Wasser mithilfe der Umwälzpumpen zu den Heizkörpern. Der Vorteil: Die Gas- und Ölheizung bleibt im Sommer außer Betrieb. Kostenlose Sonnenenergie wird zur Beheizung eingesetzt. Hausbesitzer sind damit beim Heizen unabhängiger von schwankenden Gas- oder Ölpreisen.

Im Winter springt die Öl-oder Gasheizung ein

Während der Herbst- und Wintermonate hingegen reicht das Sonnenlicht nicht aus um den anfallenden Wärmebedarf vollständig zu decken. Das Wasser im Speicher ist nicht vollständig erwärmt. Die Temperatur im Wärmespeicher sinkt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Öl- oder Gasheizung zu arbeiten. Um das Haus zu heizen leitet der Speicher das bereits von der Sonne erwärmte zwischengespeicherte Wasser an das Öl- oder Gasbrennwertgerät. Dieses gleicht die Temperaturdifferenz bis zu benötigten Vorlauftemperatur der Heizung aus. Da bereits erwärmtes Wasser vorhanden ist, muss der Kessel deutlich weniger leisten und der Öl- und Gasverbrauch sinkt. Somit dienen solarthermische Anlagen einer effizienten Unterstützung der eigenen Gas- oder Ölheizung.

Weitere interessante Informationen zur Öl- oder Gasheizung (www.kesselheld.de/gasheizung/) erhalten Sie auch auf der Internetseite von Kesselheld.

Marktdaten und Ersparnis des Komplettsystems

2015 wurden 30 Prozent der Ölbrennwertheizungen mit einer Solarthermie kombiniert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Institutes für Wärme und Öltechnik (IWO) unter ca. 900 befragten Heizungsbaubetrieben.[2] Bei Gasbrennwertheizungen sind es rund 19 Prozent. Vielfach schrecken Bauherren vor den im Vergleich zu rein konventionellen Heizungen höheren Anschaffungskosten einer Hybridheizung zurück. Je nach Energieverbrauch amortisiert sich die Umrüstung jedoch bereits nach wenigen Jahren und langfristig lassen sich damit Ersparnisse beim Heizen erzielen. Der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser liegt nach Angaben der Verbraucherzentrale bei 15.000 kWh bei einer neugebauten Nutzfläche von ca. 150 Quadratmetern. Wird eine Solaranlage hinzugeschaltet übernimmt diese bei richtiger Dimensionierung ca. 25 Prozent dieses Bedarfs (3.750 kWh) und senkt den Ölverbrauch. Bei einem Ölpreis von ca. 6,5 Cent (Ende 2015) pro kWh resultiert eine jährliche Ersparnis von etwa 245 Euro.[3]

Gibt es Fördermittel?

Wer bei der Anschaffung einer Solarthermie gleichzeitig die Öl- oder Gasheizung gegen ein modernes Brennwertmodell austauscht, erhält nicht nur die Mindestförderung für Solaranlagen zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Höhe von 2.000 Euro, sondern auch einen Kesseltauschbonus[4]. Dieser beträgt 500 Euro.

Ein Gastbeitrag von Kerstin Bruns von Kesselheld.

[1] Quelle: http://www.vdzev.de/wp-content/uploads/2015/03/Info-7_Hybridheizung_fin.pdf Seite 4

[2]Quelle: http://www.presseportal.de/pm/57722/3307174

[3] Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/solarthermie

[4] Quelle: http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/solarthermie/publikationen/uebersicht_solar.pdf

Willi Harhammer

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