Strom aus Müll ist möglich

Forscher am Institut für Bioingenieurwesen der Purdue University arbeiten an einem Gerät, mit dem sich aus Lebensmittelabfällen und anorganischem Müll Elektrizität produzieren lässt. Ein möglicher Abnehmer ist bereits gefunden:

Das US-Militär. Die Grundidee: Truppen in Kriegsgebieten müssten so weniger Dieseltreibstoff für Elektrogeneratoren mit sich führen und könnten stattdessen einfach ihren selbst produzierten Müll verfeuern.

Die Anlage mit dem hübschen Namen “Taktische Raffinerie” passt in ihrer aktuellen Prototyp-Form in einen Container. Sie nutzt drei verschiedene Technologien: Einen Bioreaktor, der mit Hilfe von Enzymen und Mikroorganismen Lebensmittelabfälle in Ethanol umwandelt, einem Vergasungselement, mit dem aus Kunststoff, Papier und anderem anorganischen Restmüll Methan und Propan hergestellt werden kann, sowie einen entsprechend veränderten Dieselmotor mit Turbine, in dem dann alles zur Stromerzeugung verfeuert wird. Neu an dem System sei vor allem der Grad der Integration. In den ersten Stunden benötigt das Gerät zunächst noch Diesel, weil es mit den beiden anderen Brennstoffen keinen Kaltstart hinlegen kann. Anschließend lässt es sich nur mit Müll befeuern – beispielsweise Speiseresten aus einem Versorgungszelt samt Plastikverpackungen. Dann ersetzen das erzeugte Ethanol und das Gas schrittweise den Dieseltreibstoff, bis er nur noch in geringen Mengen benötigt wird. Übrig bleibt zum Schluss nur harmlose Asche, die alle paar Tage entfernt werden muss.

Willi Harhammer

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