Überwachungssystem erkennt Stromfresser

Sensoren messen laufenden Stromverbrauch einzelner Geräte

Das Zentralmodul entlarvt Stromfresser im Haushalt

Forscher am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) arbeiten an einem Monitoring-System, mit dem der Stromverbrauch einzelner Geräte im Haushalt effektiv überwacht und beobachtet werden kann. “Unser Ziel ist es, mithilfe einer exakten und intelligenten Strommessung, Energiefresser zu identifizieren und mögliche Probleme mit den Geräten festzustellen”, sagt der zuständige Abteilungsleiter Karl-Heinz Ronge im Gespräch mit pressetext. Das System warnt den Besitzer beispielsweise, wenn die Waschmaschine verkalkt ist und daher zu viel Strom verbraucht.

Kernstück des Systems ist ein zentrales Modul, das im Sicherungskasten des Haushalts angebracht ist. “Sensoren an jedem Elektrogerät messen kontinuierlich die Stromleistung”, erklärt Projektleiter Peter Heusinger. “Sie senden diese Information an einen Server, der sich als Hutschienenmodul im Sicherungskasten verbirgt.” Im Servermodul berechnet ein Computerprogramm für jedes Gerät den aktuellen Stromverbrauch und vergleicht die Werte automatisch mit den früheren. Steigt beispielsweise der Stromverbrauch des Kühlschranks langsam immer weiter an, könnte dies etwa daran liegen, dass die Dichtung brüchig geworden ist.”

Stellt das Modul derartige Anomalien fest, so wird eine entsprechende Mitteilung ausgegeben. “Das kann in Form einer SMS, einer Nachricht auf einem Display in der Küche oder einer Nutzeroberfläche am Computer sein – je nachdem, wie der Anwender es wünscht”, so Heusinger. Der Nutzer kann sich nicht nur den mittleren Stromverbrauch der einzelnen Geräte anzeigen lassen, sondern den Verbrauch erstmalig auch während des Betriebs verfolgen. So lässt sich beispielsweise kontrollieren, ob das Sparprogramm der Spülmaschine hält, was es verspricht. Kommt ein neues Gerät hinzu, wird dies automatisch vom Server erkannt.

Den Prototypen des Systems stellen die Forscher auf der Hannover-Messe vor. “Es ist denkbar, dass zukünftig in jedem handelsüblichen Elektrogerät ein Stromsensor integriert ist”, sagt Ronge. “Bei unserem Prototyp verwenden wir derzeit Zwischenstecker, die die Messdaten an das Zentralmodul senden. Diese sind derzeit jedoch noch teuer, weshalb sie für den freien Markt noch nicht geeignet sind. Daran arbeiten wir jedoch schon.” Das Monitoring-System selbst ist dagegen schon recht weit fortgeschritten. “In etwa einem Jahr könnte es marktreif sein”, meint Heusinger.

Willi Harhammer

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