Erdwärme-Boom wälzt Heizungsmarkt um. Wachstums-Explosion steht erst noch bevor

Die Geothermie-Branche kann in den vergangenen Jahren auf ein stetes aber moderates Wachstum zurückblicken. 2006 habe der Sektor jedoch ein Wachstum verzeichnet, das als Startschuss zu einem anhaltenden Boom verstanden werden könne. Besonders auf dem Heizungsmarkt sollen sich signifikante Veränderungen einstellen, folgt man dem Bundesverband Geothermie (GtV). Während die Branche zuvor noch eher eine Statistenrolle gespielt habe, sei der Absatz der Erdwärmeanlagen auf dem Heizungsmarkt allein 2006 um satte 115 Prozent explodiert. Noch nie habe es einen derartigen Ausbau in der Geothermie-Industrie gegeben wie zur Zeit, weshalb sich Erdwärme auf dem besten Weg befinde, sich zu einem der wichtigsten erneuerbaren Energieträger zu entwickeln.

Deutschlandweit wurden 2006 vornehmlich in Neubauten rund 29.000 Erdwärmesysteme installiert. Aufgrund der drastisch gestiegenen Nachfrage sei die Branche an ihre Grenzen gestoßen, habe mittlerweile jedoch intensiv ausgebaut. Die Geothermie-Unternehmen erwarten für 2008 angesichts einer zurückhaltenden Baukonjunktur einen Ausbau um weitere 40.000 Anlagen. Besonders die Preisstabilität auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau mache Erdwärme gegenüber anderen Energieträgern und Heizformen für Hausbauer und -besitzer interessant. “Auf dem Heizungsmarkt ist die Absetzbewegung von Öl und Gas unverkennbar. Gewinner sind nicht zuletzt oberflächennahe Erdwärmesysteme. Die durch die Preissteigerungen auf dem fossilen Markt verunsicherten Verbraucher finden hier langfristig überschaubare, kalkulierbare Energiekosten vor”, schreibt der GtV.

Der Geothermie-Industrie beschert die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), dessen Regelungen mit 2009 greifen, bereits jetzt einen zusätzlichen Wachstumsschub. Befinden sich derzeit bundesweit erst zwei Kraftwerke und rund 30 Nah- und Fernwärmeversorgungen in Betrieb, so werden in den kommenden zwei Jahren zehn weitere größere Anlagen, Kraftwerke und Fernwärmeversorgungen hinzukommen. Bis 2010 sei von einer Gesamtleistung aus geothermischen Kraftwerken im Ausmaß von 13.500 Megawatt auszugehen. Die Anhebung der Grundvergütung im Rahmen der EEG-Novelle von 15 auf 20 Cent für alle Anlagen, die bis 2015 ihren Betrieb aufnehmen, trage einen wesentlichen Anteil an dem derzeitigen Projekt-Boom bei.

Willi Harhammer

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