Klima-Allianz: Wirtschaftsministerium verheimlichte kostengünstigen Ausbau der erneuerbaren Energien; dena-Zahlen zum Netzausbau in der Kritik

Wie am 07.04.2010 bekannt geworden sei, habe das Bundeswirtschaftministerium unter Rainer Brüderle (FDP) monatelang versucht, eine Studie zu verheimlichen, die den Ausbau der erneuerbaren Energien für deutlich schneller und kostengünstiger möglich hält, als dies von der Bundesregierung ständig behauptet wird, berichtet die Klima-Allianz in einer Pressemitteilung. Die Studie liege dem BMWi seit Juni letzten Jahres vor und sei erst im Februar dieses Jahres “klammheimlich” auf der Internetseite des Ministeriums veröffentlicht worden, wo sie bislang niemand bemerkte, so das Bündnis von 110 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen, das sich für eine drastische Senkung der Treibhausgase in Deutschland einsetzt.

Weniger neue Stromtrassen erforderlich

Vor allem beim Netzausbau komme die Studie zu dramatisch abweichenden Ergebnissen: So soll ein 50-prozentiger Ökostrom-Anteil bis 2020 nur etwa 1.100 Kilometer neuer Stromtrassen erfordern. Das BMWi und die mehrheitlich staateigene Deutsche Energie-Agentur (dena) hätten jedoch wider besseres Wissen 3.600 Kilometer für nur 37 Prozent Erneuerbare bis 2020 postuliert.

“Eine sehr unbequeme Wahrheit”

“Einmal mehr wird das Märchen von den teuren erneuerbaren Energien eindrucksvoll widerlegt. Für einen Wirtschaftsminister, der nur als verlängerter Arm der vier großen Stromkonzerne agiert, ist dies natürlich eine sehr unbequeme Wahrheit”, erklärt Katharina Reuter, Koordinatorin der Klima-Allianz.

dena lag falsch mit der “Stromlücke”

“Aber auch die Deutsche Energie-Agentur macht sich mehr und mehr überflüssig. Nachdem sie bereits mit ihrer behaupteten “Stromlücke” völlig falsch lag, müssen nun die dena-Zahlen zum Netzausbau stark bezweifelt werden. Als bedeutender Ratgeber der Bundesregierung in Fragen der Energieversorgung erweist sie sich schon wieder als
inkompetent.”

Link zur Studie “Voraussetzungen einer optimalen Integration erneuerbarer Energien in das Stromversorgungssyste”

Willi Harhammer

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