Plusenergiehaus und das Kleinkraftwerk, Häuser ohne Öl und Gas

Weißenohe, 2040: In Deutschland wurden in den letzten Jahren über 1 Mio. überflüssige Öl- und Gasheizungen verschrottet. Die Atomkraftwerke konnten bundesweit komplett stillgelegt und abgebaut werden. Der Energiebedarf des Landes lässt sich rein über Sonnen- und Windenergie sowie Erdwärme decken. Jeder energieproduzierende Haushalt ist als Kleinunternehmer am Erfolg des Energieunternehmens Deutschland beteiligt.

Ist dies ein Auszug aus einem Science Fiction-Roman? Gewiss nicht. Denn die Zukunft hat schon längst begonnen. Sie heißt Niedrigenergiehaus oder Passivhaus und ist für immer mehr Menschen der Weg zum energiesparenden Wohnen. Dabei haben Architekten schon die nächsten Hausgenerationen in petto: Das Null- oder gar das Plusenergiehaus. Als Weiterentwicklung der Niedrigenergie- und Passivhäuser betrachten die Planer ihre Null- oder Plusenergiehäuser. Und das sind sie auch: Denn wo die heute üblichen Energiesparhäuser ein Minimum an Energie verbrauchen, ist die Bilanz bei den Neuentwicklungen gleich Null – oder gar positiv. Das Haus erzeugt also mehr Energie, als seine Bewohner verbrauchen. Das garantiert Unabhängigkeit von Energielieferungen – außer die der Sonne.

So unterscheidet sich das Null- oder Plusenergiehaus vom Passivhaus durch sein Solarkraftwerk, das in Hausdach und Fassade integriert ist. Daneben gelten die Anforderungen von Sparhäusern wie ideale Wärmedämmung an der Außenhülle, Vermeidung von Wärmebrücken, hoher Windschutz, Wärmeschutz-Isolier-Verglasung, Lüftung mit hoher Wärmerückgewinnung und Südausrichtung des Gebäudes mit stark lichtdurchlässiger Fassade weiterhin, z.T. auch entsprechend verstärkt.

Die richtige Richtung

Ein erster Prototyp eines Plusenergiehaus wurde von dem Architekten Rolf Disch 1994 in Freiburg errichtet. Das “Heliotroph” macht seinem Namen alle Ehre: Das drehbare Solarhaus, das so ressourcenschonend wie möglich konzipiert wurde, richtet sich “zur Sonne hin” aus. 2000 folgte dem Experimentierhaus eine Siedlung mit 59 Plusenergiehäusern.

Kritiker bemängeln die für die Häuser nötige moderne Haustechnik, die derzeit für die breite Masse der Bevölkerung zu teuer ist. Denn technisch gesehen sind Null- und Plusenergiehäuser Bauten auf einem hohen Passivhausstandard. Doch wer hätte andererseits noch vor 10 Jahren gedacht, dass die Heizölpreise sich um 500% verteuern und Solarenergie salonfähig wird? Wer solche Dinge voraussah, dem folgen wir auch gerne in seiner Vision eines ressourcensparenden, energieautonomen, bezahlbaren Hauses. Wer mehr über die Möglichkeiten wissen will erfährt dies bei der Energiesprechstunde bei iKratos in Igensdorf oder bei der Firma Bau-in Holz aus Hiltpoltstein, bei Gräfenberg.

Willi Harhammer

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