Statt Kohle, Öl, Gas heizt die Sonne: 100 Euro Kosten pro Jahr

Wer träumt nicht auch von gleich bleibenden, extrem niedrigen Heizkosten, wenn die Öl-, Gas- und Strompreise explodieren? Nicole und Alexander Krug haben sich vom Baubiologen Dirk Dittmar und dem Architekten Thomas Mayer das erste Fürther “Original Sonnenhaus” planen lassen.

Planer Dittmar verspricht nicht nur den Krugs: “Heizen Sie auch künftig Ihr Einfamilienhaus für 100 Euro pro Jahr! Die übrige Wärme liefert die Sonne.”

WRA

Das Sonnenhaus in Fürth-Vach mit dem Besitzerehepaar Krug und ihrem kleinsten Sohn / Foto: Wraneschitz bildtext.de

Seit Anfang Mai wohnen Ehepaar, Kind(er) und Kegel in dem schmucken 150-Quadratmeter-Haus mit teils verputzter Holzfassade im Ortsteil Vach. Planer Dittmar verspricht nicht nur den Krugs: “Heizen Sie auch künftig Ihr Einfamilienhaus für 100 Euro pro Jahr! Die übrige Wärme liefert die Sonne.” Wie das geht, ist beispielsweise bei den Krugs zu erleben.

Pünktlich zur diesjährigen “Woche der Sonne” ist die Familie eingezogen; auch das “zentrale Solarfest” der Energieregion Mittelfranken ging hier über die Bühne. Das Fürther Beratungszentrum solid koordinierte die fast 100 Sonnenwochen-Veranstaltungen in Erlangen, Roth, Eckental oder Nürnberg.

Der Andrang bei war bei Firmen und Privatleuten genauso groß wie bei der Agenda21-Gruppe in Schwabach: Die Öko-Engagierten hatten alleine in der Goldschlägerstadt gemeinsam mit Partnern zehn Termine organisiert zu “Bürgersolaranlagen” oder “Solarstrom und Solarwärme – Technik und Wirtschaftlichkeit.” Der große Besucheransturm war im Angesicht der explodierenden Energiepreise fast schon zu erwarten.

Zurzeit sind Politiker aller Parteien daran interessiert, die Energie vom Himmel auf der Erde nach vorne zu bringen. Im Vacher Sonnenhaus legte sich gleich ein schwarzrotgrünes Trio kräftig ins Sonnenenergie-Geschirr: Fürths OB Thomas Jung (SPD), Landrat Matthias Dießl (CSU) und Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke (Grüne).

Glaubt man der solid-Statistik, dann ist Mittelfranken im deutschen Vergleich sonnenmäßig gut aufgestellt. “Doch das kann nur der kleine Anfang sein”, meint solid-Mann Vogtmann. Fürths OB Thomas Jung kritisiert die Unternehmen: Es sei “kläglich, dass auf den Dächern der Industriebetriebe erst 17% Solarmodule der Stadt stehen”; die 60 Bauern mit Höfen auf städtischem Terrain hätten fast genauso viel bei sich montiert.

“Wir müssen die Sensibilität bei der Bevölkerung wecken”, meint dagegen Landrat Matthias Dießl: Der Landkreis sei deshalb seit diesem Jahr im Verein EnergieRegion Mitglied. Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke ergänzt: Es lohne sich, auf den Energieverbrauch zu achten und die Sonne zu nutzen. Beispielsweise habe “das Nürnberger Kommunale Energiemanagement KEM dafür gesorgt, dass die Energiekosten über 18 Jahre für die Stadt konstant geblieben sind”, während anderswo die Kämmerer jammern.

Beim Solarfest in Fürth-Vach ging es zwar in erster Linie um Energiesparen und Solartechnik. Doch auch afrikanische Trommeln oder Solarbootbasteln für die Kleinen kamen gut an. Und es gab eine Märchenlesung für Kinder: Die unwahrscheinliche Geschichte von wieder sinkenden Energiepreisen wurde hier aber nicht vorgetragen.

Heinz Wraneschitz

Willi Harhammer

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