Und was ist mit der Zukunft der Erde? – Mini-Kerkraftwerk soll “Energieversorgung revolutionieren”

Jetzt geht’s von Neuem los: “Kernkraftwerke, nicht größer als ein Schuppen im Garten, sollen in wenigen Jahren ganze Kleinstädte mit Energie versorgen können.” Das verkündet dieser Tage die Agentur Pressetext Austria. Die Miniatur-Reaktoren seien “im Labor der US-Regierung in Los Alamos entwickelt worden und werden innerhalb der nächsten fünf Jahre in Massenproduktion gehen”, droht Autorin Kristina Sam.

Zitat: “Der Reaktor ist kaum größer als ein Mensch”; Foto: hyperionpowergeneration.com

Stimmt die Aussage im Pressetext-Artikel: “Unser Ziel ist es, auf der ganzen Welt Energie zu erzeugen, die nicht mehr als zehn Dollar-Cent pro Watt kostet”, dann beweist John Deal, der Geschäftsführer des potentiellen Herstellers, dass er noch nicht einmal momentane Leistung von Energie – auch Arbeit genannt – unterscheiden kann. Denn wahrscheinlich meint Deal, er wolle eine Kilowattstunde Kernkraftstrom für zehn amerikanische Cent erzeugen – ein Wert, den heutige umweltverträgliche Windkraftwerke schon an schlechten deutschen Standorten bringen.

“Ein einziges dieser Atomkraftwerke mit nur wenigen Metern Durchmesser kostet rund 25 Mio. US-Dollar und kann bis zu 20.000 Haushalte versorgen”, behauptet Deal; und: “Unfälle sind ausgeschlossen.”

Wenn er “versichert, dass es bei den Mini-Kraftwerken keine Katastrophe vom Typ Tschernobyl geben kann”, dann hat er sicher Recht. Denn die russischen Atommeiler haben schon ein ganz besonderes Feuer, wenn man an ihnen rummanipuliert. Doch warum “Bedienfehler und jede andere Art von Unfällen durch dieses (amerikanische; d.Red.) Design verhindert” werden sollen, darüber hat der Hersteller bisher ebenso wenig “Angaben gemacht wie über die Entsorgung des radioaktiven Materials.”

Unklar ist zudem, wie die Atomteile “alle sieben bis zehn Jahre neu befüllt werden”, wenn sie “versiegelt geliefert, in Beton eingelassen und vergraben werden.” Hier übrigens der nächste Widerspruch, seien doch “die Reaktoren wartungsfrei.”

Es lägen “bereits 100 Bestellungen vor, die großteils von Öl- und Elektrizitätsunternehmen kommen. Die erste offiziell bestätigte Bestellung wurde von TES getätigt, einem tschechischen Infrastrukturunternehmen, das auf Elektrizitätskraftwerke spezialisiert ist”, ist zu hören. Wenn das stimmt, werden wir uns also bald auf “sechs Mini-Kraftwerke, die das Unternehmen bestellt und zwölf weitere” in Rumänien und im deutsch-österreichischen Nachbarland einstellen müssen, für die sich TES “eine Option gesichert” hat.

“Um die Nachfrage decken zu können, plant Hyperion den Bau von drei Fabriken, die zwischen 2013 und 2023 rund 4.000 der Mini-Reaktoren produzieren könnten” lautet die nächste Utopie des Herstellers. Der genauso wenig sagt, wo der Atombrennstoff herkommen, noch, wie Anschläge von Terroristen verhindert werden sollen. Oder was passiert, wenn eine Gasflasche in der Nähe des Teufelskastens explodiert.

Klar: Auch die Internationale Atomenergie-Agentur IEAO hat vor einem Jahrzehnt “kleine Kernkraftwerke ohne Sicherheitstechnologie für die Dritte Welt” angedroht – die es bis heute nicht gibt. Doch wenn eine US-Firma irgendwo Dollarzeichen blinken sieht, dann ist die Gefahr weitaus größer, dass sie solche Ankündigungen auch in die Tat umsetzt. Die IEAO bereitet nur die Felder für solche unverbesserlich Geldgierigen.
HEINZ WRANESCHITZ, 13.11.2008

Wer´s nicht glaubt: Hier steht der ganze Text! http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=081110001

Willi Harhammer

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